Bundesweites Aktionsbündnis für mehr Chefärztinnen

Ziel:

Erhöhung des Anteils der Ärztinnen in chefärztlichen Positionen in kommunalen Krankenhäusern und Kliniken

Methode:

Umsetzung bundesweiter Aktionen zur Ermutigung von Ärztinnen, sich auf chefärztliche Positionen zu bewerben

Organisation:

AKG-Geschäftsstelle mit Unterstützung von Akteur*innen für Chancengleichheit und Gleichstellungsbeauftragten der kommunalen Krankenhäuser

Ausgangssituation:

Frauen sind in ärztlichen Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert, obwohl es seit vielen Jahren ausreichend viele Potentialträgerinnen in der Medizin gibt. Unter denjenigen Ärztinnen und Ärzten, die eine fachärztliche Weiterbildung haben – Voraussetzung, um eine Führungsposition zu übernehmen – machen Ärztinnen inzwischen gut die Hälfte aus. Ab den oberärztlichen Positionen fällt ihr Anteil ab und in den chefärztlichen Positionen liegt der Anteil der Ärztinnen bis heute bundesweit bei maximal 15 Prozent bis 20 Prozent.

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Die Ursache für die „leaky pipeline“ bzw. „Geschlechterschere“ in der Medizin, wie dieses Phänomen genannt wird, sind u.a.:

  • Der sog. „Similar-to-me-Effekt“, durch den Entscheider*innen vor allem solche Personen nachziehen bzw. befördern, die sie als ähnlich wahrnehmen. Bei einem Männeranteil von ca. 80 Prozent bis 85 Prozent unter den Chefärzt*innen sind das vorrangig Männer.
  • Ärztinnen fehlen vielfach die gleichgeschlechtlichen Vorbilder.
  • Für den beruflichen Erfolg sind nicht allein fachliche Qualifikationen ausschlaggebend, sondern auch Führungsqualifikationen sowie fördernde und unterstützende Beziehungen. Frauen verfügen bisher seltener als Männer über solche Förderbeziehungen.
  • Ärztinnen erleben die bekannte Doppelbelastung von Beruf und Care-Verantwortung, die zu einer Zurückhaltung bei den Karriereambitionen führt.
  • Es findet nach wie vor eine Reproduktion sozialer Ungleichheiten statt durch unbewusste Vorurteile (Unconscious Biases) wie z.B. die Unterstellung mangelnder Leistungsbereitschaft und Kompetenz aufgrund von Teilzeitarbeit oder mangelndem Führungswillen wegen ihres partizipativeren und weniger hierarchischen Auftretens.


Lösungsansätze:

Chefärztinnen und Chefärzte werden in der Regel nicht aus dem eigenen Haus besetzt, sondern von extern. Deswegen ist es zentral, dass Aktionen mit dem Ziel der Erhöhung des Anteils der Ärztinnen in chefärztlichen Positionen in kommunalen Krankenhäusern und Kliniken auf Bundesebene stattfinden.

Die AKG-Kliniken als bundesweit aufgestellte Organisation ist daher ideal geeignet, mit Unterstützung von Akteur*innen für Chancengleichheit und Gleichstellungsbeauftragten der kommunalen Krankenhäuser, gemeinsame Maßnahmen umzusetzen.

Weitere Planung:

2025 findet ein erstes bundesweites Treffen von Ärztinnen statt, die kurz-, mittel- und langfristig Chefärztin werden wollen. Die Organisation liegt bei der AKG-Geschäftsstelle mit Unterstützung von Gleichstellungsbeauftragten aus kommunalen Krankenhäusern und Akteur*innen für Chancengleichheit.

Zielgruppen der Tagung: alle Ärztinnen, die kurz-, mittel- und langfristig Chefärztin werden wollen, Gleichstellungsakteurinnen aus kommunalen Krankenhäusern, Klinikleitungen und Chefärztinnen

Mittel- und langfristig: Ausbau und Verstetigung des Aktionsbündnisses und bundesweite Vernetzung, u.a. in Form von regelmäßigen Treffen der interessierten Ärztinnen

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Erstes bundesweites Treffen des Aktionsbündnisses „Mehr Ärztinnen in chefärztliche Positionen!“

Aktueller Planungsstand (28.5.2025)

Termin: 23.10.2025

Ort: Deutscher Städtetag, Hausvogteiplatz 1, 10117 Berlin

Ausrichtende Organisation: AKG-Geschäftsstelle

 

Optional Vorabendessen am 22.10.25 ab 19:00 Uhr
Ort: Berlin

 

Agenda Donnerstag, 23.10.2025

08:30 - 09:00 Uhr Ankommen, Anmelden und Netzwerken bei Kaffee & Gebäck

09:00 - 09.30 Uhr Chancen und Möglichkeiten der AKG-Kliniken, die Erhöhung des Anteils von Chefärztinnen zu fördern
Begrüßung und Einleitung: PD Dr. Thomas Menzel, Vorstandsvorsitzender AKG-Kliniken und Sprecher des Vorstands Klinikum Fulda gAG

Grußwort: Dr. Christiane Groß, Ehrenpräsidentin Deutscher Ärztinnenbund

Moderation: Theresa Lackner, Stabsstelle Betriebliche Gleichbehandlung München Klinik

09:30 - 10:00 Uhr Impulsvortrag:
Die Situation von Ärztinnen in kommunalen Krankenhäusern: Zahlen und Fakten

Referentin: Dr. Andrea Rothe,
Leitung Stabsstelle Betriebliche Gleichbehandlung München Klinik und Leitungsteam Netzwerk Gender und Gleichstellung in kommunalen Krankenhäusern

 Moderation: Theresa Lackner

10:00 - 11:30 Uhr Podiumsdiskussion: Fördernde und hindernde Faktoren

  • Geschäftsführung
  • Petra Geistberger, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin München Klinik

  • Gleichstellungsbeauftragte aus kommunalem Klinikum
  • Dr. Andrea Rothe, Leitung Stabsstelle Betriebliche Gleichbehandlung München Klinik

  • Chefärztin
  • Nicole Backes, Chefärztin für Geriatrie, Nephrologie und Allgemeine Innere Medizin, Klinikum Solingen
  • Leitende Oberärztin
  • Prof. Dr. Martina Becker-Schiebe, leitende Oberärztin der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, Klinikum Braunschweig

Moderation: Theresa Lackner

11:30 - 12:30 Uhr Mittagsimbiss und Netzwerken

12:30 - 14:30 Uhr Successful Way to Chefärztin: Wichtige Bausteine auf dem Weg zur chefärztlichen Position
Gesamtmoderation: Theresa Lackner

  • Frauen und Macht
  • Referentin: Zita Küng, EQuality-Consulting
  • Moderation: Dorothea Grabe, Gleichstellungsbeauftragte und Beauftragte für Diversity und Familie, Klinikum Solingen

  • Kommunikationsstile weiblich/männlich
  • Referentin: Dagmar Wirtz, Stand.punkt Training und Moderation
  • Moderation: Lea Zötzsche, stv. Gleichstellungsbeauftragte, Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH

  • Vorbilder
  • Referentinnen:
    • als Leitende Oberärztin: Prof. Dr. Martina Becker-Schiebe, leitende Oberärztin der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, Klinikum Braunschweig (angefragt)
    • als Chefärztinnen:
      • Dr. med. Anna Magdalena Zielke, Chefärztin für Radiologie und interventionelle Therapie, Vivantes Klinikum
      • Nicole Backes, Chefärztin für Geriatrie, Nephrologie und Allgemeine Innere Medizin, Klinikum Solingen
    Moderation: Dr. med. Susanne Harff, Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Gleichstellungsbeauftragte, Vivantes Berlin

  • Bedeutung von Netzwerken: Gemeinsam statt einsam
  • Referentin: Dr. Juliane Handschuh, Neurobiologin und Trainerin
  • Moderation: Ina Colle, Stabsstelle Frauenförderung, Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

Jeder Workshop ist einstündig, so dass die Teilnehmerinnen nacheinander an zwei verschiedenen Workshops teilnehmen können.

14:30 - 15:00 Uhr Kaffeepause im Foyer

15:00 - 16:00 Uhr Gemeinsam statt Einsam! Wie geht es jetzt weiter?

Leitung: Dr. Andrea Rothe und PD Dr. Thomas Menzel / Nils Dehne

 

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Coming soon

Wir hatten am 23. Oktober mit rund 50 Teilnehmenden eine tolle Veranstaltung mit vielfältigen Impulsen, Diskussionen und guten Gesprächen. Mit dem Feedback aus verschiedenen Kanälen werden wir uns im Organisationsteam und den Gremien der AKG-Kliniken auseinandersetzen und planen, wie es weitergeht.

Ein Ergebnis steht aber schonmal fest: Es soll weitergehen!

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